Spardosen

Spardosen aus Ur-ur-großmutters Zeiten bis heute

Seit es Münzen gibt, gibt es auch Spardosen. Die Spardose ist ein Behälter mit einem Schlitz zum Einwerfen von Münzen. Jeder hat sie als Kind wohl mal besessen. Die ältesten Spardosen stammen aus Kleinasien, sind aus Ton , haben die Form eines Tempels , und sind im Besitz von Museen. Im alten Rom hatten sie die Form von Bienenkörben. Im Mittelalter wurden sie dann aus Holz, Eisen, Messing und Silberblech gefertigt. Sie dienten als Sammelbüchsen für Mitgliedsbeiträge in den Gilden und Zünften ihrer Zeit.
Mit der Erfindung des Porzellans im 18.Jahrhundert kamen dann Spartöpfe und figürliche Spardosen aus Porzellan auf.
Zu ihnen gehören auch die Sparschweine, die mit den meisten aus einfacher Keramik bestehenden Sparbehältern das gleiche Schicksal haben, wie die antiken Tonsparbüchsen, dass sie , wenn sie voll sind und geleert werden sollen, zertrümmert werden müssen.
Spardosen aus Großmutters Zeiten – um diese verstehen zu können, versetzen wir uns einmal um 150 Jahre zurück. In den Straßen brannten noch die Glaslaternen. Sparsam war die Stube beleuchtet und im Herd brannte das Feuer. Da das Geld knapp war, ging man die meisten Wege zu Fuß. Neun von zehn Familien lebten noch von der Landwirtschaft. In dieser Zeit begann die technische Revolution, sich ihren Weg zu bahnen.

Noch gab es keinen elektrischen Strom, keine Glühbirne, kein Telefon, keine Waschmaschine, keinen Kühlschrank, kein Radio, kein Fernsehen und keine Straßenbahn. Noch nicht erfunden waren Benzin- und Dieselmotor und somit gab es auch noch kein Motorrad, kein Auto und kein Flugzeug.

In Deutschland wurde am 01.01.1875 die Mark und der Pfennig zur Einheitswährung erklärt. Bald danach wurde durch Reichskanzler Bismark die gesetzliche Kranken- und Altersversicherung eingeführt.

Zum ersten Mal wurden damit einer Familie die Sorgen und Ängste genommen, wenn ihr Ernährer infolge Krankheit, Alter oder Tod keinen Verdienst mehr nach Hause brachte.

Bis zu diesem Zeitpunkt galt der Spartopf mit den darin gesparten Notgroschen, als letzte Hoffnung. Viele Gründungen von Banken fallen in diese Zeit.

Das gerade begonnene technische Zeitalter brachte eine große Verbreitung des Spargedankens und damit der Spardose in alle Volksschichten mit sich.

In dieser Zeit wurden auch die meisten Sparsprichwörter geprägt, wie z.B. : „Wer den Pfennig nicht ehrt, ist die Mark nicht wert“ oder „Spare in der Zeit, so hast du in der Not“.

Um Blech bedrucken zu können, erfanden zwei Engländer das Set-Off-Verfahren. Damit begann ein Run von noch nie da gewesenen Fertigungsserien in bunt bedruckten Blechspielzeugen, darunter auch Spardosen. Zuerst waren es Runddosen, dann Häuschen und bald darauf die ersten Spar-Automaten. Warf man ein 10-Pfennig-Stück ein, konnte man zur Belohnung ein kleines Schokoladentäfelchen entnehmen. Die Automation ging rasant weiter.

Wir halten fest, die Spardose hat Pate gestanden für alle sich daraus entwickelten Verkaufsautomaten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg bis in unsere Zeit werden Spardosen vornehmlich aus Kunststoff gefertigt.

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seltene mechanische englische Spardose

Sparautomat Torero: seltene mechanische englische Spardose