Geld

W a s   i s t   G e l d ?

Antwort: Geld ist das, was man für Geld hält.

In unserer Zeit hält jeder Scheine und Münzen für Geld, weil es ein Gesetz gibt, das sie zu Geld erklärt. Auch bei Schecks und Kreditkarten ist man gewohnt, dass man damit bezahlen kann.

In früheren Zeiten war das anders. Da hatte das Münzgeld einen Wert in sich, weil es aus Edelmetall war und der Metallwert den Wert ausmachte. In der westlichen Welt, in Europa und Kleinasien, hat sich das Münzgeld schon seit 700 v.Chr. durchgesetzt.

In anderen Teilen der Welt hielt man dagegen ganz andere Dinge für Geld – Dinge, mit denen man tauschen konnte. Dazu taugten viele Gegenstände des täglichen Lebens, wie beispielsweise Vieh, Salz oder Schmuck. Heute hält man die Ziffern auf dem Kontoauszug für Geld, obwohl man die nicht einmal anfassen kann.

Das „ unsichtbare „ Geld, das nur in den Büchern der Banken existiert, ist heute das am häufigsten benutzte Zahlungsmittel.

Geld 001

Vom 21-Guldenfuß zur Markwährung

Aus 233,855 Gramm Gold = eine „Kölnische Mark“ –
dem alten deutschen Münzgewicht nach der Esslinger Reichsmünz-ordnung Kaiser Karls V. von 1524 – wurden 21 Gulden geprägt.
Die ältesten bekannten deutschen Sparbücher stammen aus Sachsen. Vielleicht ist es kein Zufall, dass die als

„helle“ bekannten Sachsen besonders früh ans Sparen gegangen sind. Sie taten sich nach den heutigen Begriffen mit dem Geldrechnen freilich etwas schwer. Denn das Währungssystem war vor hundertsiebzig Jahren und mehr (nicht nur in Sachsen) recht kompliziert. Man rechnete so:
1 Thaler = 24 Groschen, 1 Groschen = 12 Pfennige, also waren 288 Pfennige = 1 Thaler. Dieses Rechnen mit „krummen“ Zahlen erinnert an die lange Zeit in Großbritannien (bis 15.2.1971) übliche „umständliche“ Rechenweise – 1 Pfund-Sterling = 20 Schilling, 1 Schilling = 12 Pence.
Doch damit nicht genug! Zahlungen auf ein Sparbuch oder Auszahlungen vom Sparbuch wurden in preußischen Courant oder anderen gangbaren Münzsorten nach dem 21 Guldenfuß vorgenommen.

Um dies zu verstehen, ist ein kleiner Ausflug in die Geschichte des Währungs- und Münzwesens nötig: Der Thaler war ein vom alten Gulden abgeleiteter Wert. Der Gulden ist erstmals in Florenz im Jahre 1252 geprägt worden und war Jahrhunderte hindurch für große Teile Europas die Währungseinheit. Heute ist er dies noch in den Niederlanden. Der Thaler leitet sich also aus der Guldenwährung ab. Da der Gulden eine sehr wertvolle Münze war, einen dementsprechenden Seltenheitswert hatte und kaum Spareinzahlungen in Gulden erfolgten, lauteten die Spareinlagen auf die Untereinheiten Thaler, Groschen und Pfennige.

Das eingangs geschilderte Rechnen nach der Gleichung 1 Thaler – 24 Groschen – 288 Pfennige wurde desto lästiger, je verbreiteter und wichtiger im 19. Jahrhundert die Geldwirtschaft wurde. Also stellte man zum 01. Januar 1841 auf die Thaler-Währung mit Dezimaleinteilung um. So wurden aus z.B. 19 Thalern, 22 Groschen und 3 Pfennigen nach dem alten System über Nacht in Dezimalwährung 19 Thaler, 27 Groschen und 8 Pfennige. Fortan war 1 Thaler = 30 Groschen = 300 Pfennige. Doch damit nicht genug.

Zum 01.01.1875 trat im jungen Deutschen Reich an die Stelle der Thalerwährung die Markwährung. So wurden z.B. aus 98 Thalern, 5 Groschen und 7 Pfennigen in der Silvesternacht 1874/75 294 Mark und 57 Pfennige (1 Thaler= 3 Mark). Damit war die bis 31.12.2001 geltende Markwährung eingeführt. Allmählich (ca. bis 1907 –Durchsetzung des Papiergeldes-) verschwanden die Thaler aus dem Verkehr.

Die Geschichte der Mark

Die Geschichte der Mark

Die Währungsveränderungen von 1841 und 1875 waren freilich keine Währungsreformen im Sinne der Umstellungen von 1923 und 1948. Denn die alten Guthaben wurden nicht entwertet, wie es im letzten Jahrhundert zweimal nach verlorenen Kriegen geschehen ist.
Die Umstellungen waren rein rechnerischer Art, also ohne dass die Sparer Substanzverluste erlitten und sich um die Früchte ihrer jahrelangen Sparsamkeit betrogen sahen. Unsere bisher letzte große Währungsumstellung erlebten wir in der Neujahrsnacht von 2001/2002 als die gute alte Deutsche Mark im Verhältnis von 1,95583 DM zu 1,00 €uro als gesetzliches Zahlungsmittel aufhörte zu bestehen.    Adeee !!!

1 Mio. EURO geschreddert

1 Mio. EURO geschreddert